Freitag, 21. Juli 2017
Der Schlossturm von Gröbzig - Der Mauseturm
 

 


Erste Erwähnung fand das Gröbziger Schloss, als Fürst Otto III. von Bernburg seiner Gemahlin Lutrud von Querfurt die Bestandteile des Amtes Gröbzig incl. Schloss als Leibgedinge überschrieb. Es wurde wahrscheinlich auf den Resten einer alten slawischen Wallburg des 8./9. Jahrhunderts errichtet.

Um das Schloss herum entwickelte sich die Stadt. Es überstand ohne Schaden den 30-jährigen Krieg und blieb auch von der Feuersbrunst von 1675 ohne Schaden, im Gegensatz zur Stadt, die sehr stark beschädigt wurde. Der gesamte Bau wurde mit Ausnahme der Kapelle ab 1784 nicht mehr genutzt und verfiel so Stück für Stück. Ab 1809 wurde es abgerissen. Die Abbruchsteine wurden von der jüdischen Gemeinde für den Bau der Umfriedung ihres Friedhofs benutzt, der etwa 1670 in der Nähe des Akazienbergs auf der “Alten Saulache” gebaut worden war. Das Turmgebäude, das noch als einziges Gebäude des Schlosses existiert, besteht aus einem quadratischen Grundkörper mit einer Seitenlänge von 10 Metern. Bis zur Turmspitze misst es ca. 38 Meter. Auf den quadratischen Grundkörper setzt sich ein achteckiger Oberbau auf, der mittels einer ziegelgedeckten Zwischenkonstruktion an das Unterteil angepasst ist. Bervedere mit barocker Haube und Laterne, die sich noch darüber befinden, sind in Schiefer eingedeckt. Im Innern des Gebäudes befinden sich vom Eingang aus sieben Stockwerke nach oben und zwei nach unten. Die letzteren wurden erst im Jahr 1978 wieder freigelegt, weil man darunter noch unterirdische Gänge vermutete. In einer Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1876 zwischen dem Herzog von Anhalt und der Stadt Gröbzig verpflichte sich die Stadt, diesen Turm in seinem jetzigen Zustand für alle Zukunft zu erhalten. Im Jahr 1952 wurde er wegen Baufälligkeit gesperrt und erst im Jahr 1954 wieder instand gesetzt. Danach nutzte ihn die Schule für außerschulische Arbeitsgemeinschaften der Schüler.

Übrigens der Name “Mauseturm” kommt nicht etwa daher, weil sich im Innern des Turmes Mäuse aufhielten sondern daher, dass im darin befindlichen Gefängnis häufig Bürger einsaßen die gestohlen, also gemaust, hatten.