Freitag, 21. Juli 2017
Friedhof
 

 


Eingang jüdischer Friedhof

 
Blick auf den Friedhof

Um 1670 wurde nahe des Akazienberges auf dem Flurstück, das als “alte Saulache” bezeichnet wurde, der jüdische Friedhof von Gröbzig angelegt. Zur Erweiterung in den Jahren 1809 bis 1810 erhielt die jüdische Gemeinde vom Fürsten Leopold Friedrich Franz ein Stück seines landesherrschaftlichen Ackers. Zur Errichtung der Friedhofsmauer wurden die Steine vom abgerissenen ehemaligen Gröbziger Schloss benutzt an diesem Standort Spinndüsen für die Chemiefaserindustrie hergestellt.

In einem 1934 zwischen dem Magistrat der Stadt Gröbzig und dem Gröbziger Heimat- verein geschlossenem Vertrag ging der Friedhof nebst allen Grabsteinen und der Umfriedung an die Stadt Gröbzig über, die auf ewige Zeiten die Kosten für die Erhaltung des Friedhofs in einem würdigen Zustand tragen muss. Im Vertrag enthalten ist die Wiederaufstellung umgefallener Grabsteine, nicht die Wiederherstellung und Neubeschriftung von verfallenen Grabsteinen. Gleichzeitig wurde für den Friedhof der Denkmalschutz beantragt. Stadtarbeiter stellten im gleichen Jahr umgestürzte Grabsteine wieder auf und renovierten den Friedhof vollständig. Ab dann konnten Spaziergänger in den Sommermonaten sonntags nachmittags den Friedhof besichtigen, der als Teil des Museums geöffnet hatte. In der Zeit nach dem Krieg bis 1954 kümmerte sich niemand mehr um den Friedhof. Auf Initiative von Herrn Robert Hobusch wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die den stark zerfallenen Friedhof wieder herrichtete, die zum Teil scjon abgetragene Mauer wieder errichtet und die umgefallenen Grabsteine wieder aufgestellt. Bis 1994 war die Hallesche jüdi- sche Gemeinde für die Pflege zuständig, danach wurde er von der Dessauer jüdischen Gemeinde gepflegt.

Der Friedhof hat eine Größe von 2.650 Quadratmetern. Bis heute sind noch 245 Grabsteine erhalten geblieben.